Generalkonsul Heinze fordert von Berlin und Den Haag mehr Aufmerksamkeit fürs Grenzgebiet

Unser niederländischer Partnersender Regio8 aus Ulft setzt seine Podcast-Reihe zum Zustand der Euregio fort. In Folge 3 spricht Reporter Raymond Janssen mit dem niederländischen Generalkonsul Freddie Heinzel über Wohnen und Arbeiten im Grenzgebiet. Er fordert mehr Aufmerksamkeit für die Probleme der Menschen im Grenzgebiet.

Der niederländische Generalkonsul und Rechtsanwalt Freddie Heinzel aus Kleve
© David van Haren

Solange Den Haag und Berlin nicht wirklich bewusst sind, was es bedeutet, in der Grenzregion zu leben und zu arbeiten, wird es nie eine gute Zusammenarbeit zwischen den Niederlanden und Deutschland geben. Das sagt Rechtsanwalt, Konsul und Kreistagsmitglied Freddy Heinzel aus Kleve.

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"Es gibt noch viel zu viel, was nicht richtig geregelt ist", sagt Heinzel. Er ist Rechtsanwalt in der Kanzlei Strick in Kleve. Von dieser Position aus hilft er niederländischen Unternehmern, die den Schritt nach Deutschland wagen wollen. "Der Deutsche hält eher an Paragrafen und Vorschriften fest, der Niederländer ist flexibler", sagt Heinzel. "Der Deutsche sagt: ein Deal ist ein Deal, der Niederländer will dagegen weiterverhandeln." Er führt den Unterschied auf den unterschiedlichen Hintergrund des niederländischen und des deutschen Unternehmers zurück: "Der Niederländer ist wirklich ein Händler, der Deutsche kommt viel mehr aus der Industrie, wo alles straff organisiert sein muss."

Heinzel sieht eine sehr wichtige Rolle für "Europa", als Lösung für die vielen Probleme, die er in der Grenzregion noch sieht. "Denken Sie an das Straßennetz. Wichtige Verbindungen zwischen den beiden Ländern existieren noch immer nicht ", erklärt Heinzel. "Als Lösung sollten wir die Vereinigten Staaten von Europa anstreben."

Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den Niederlanden

© Antenne Niederrhein
© Antenne Niederrhein

Heinzel kritisiert einige niederländische Unternehmer, die nach Deutschland abwandern wollen. "Wenn man bedenkt, dass sich das Volumen der Handelsbeziehungen auf 170 Milliarden Euro beläuft, sollte man den gegenseitigen Beziehungen viel mehr Aufmerksamkeit schenken."


Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit den Lokalsendern RN7 und Regio8 entstanden.

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