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Referee-Aufsteiger in die Fußball-Landesliga
© Marvin Konopatzki/Jan Oster/Uwe Degen
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Referee-Aufsteiger in die Fußball-Landesliga

Astrein gepflegter Rasen, volle Zuschauerränge, rassige Zweikämpfe. Drei Dinge, die man zuweilen von der Bundesliga kennt. Die diesjährigen Landesliga-Aufsteiger der Schiedsrichtergilde Kleve-Geldern haben all diese Dinge schon erlebt: „Das Niederrheinpokalfinale der A-Junioren hatte eine unglaubliche Atmosphäre“, schwärmt Marvin Konopatzki von seinem Einsatz vor über 1000 Zuschauern.

Veröffentlicht: Freitag, 01.09.2023 14:45

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Der 19-jährige ist der jüngste der insgesamt drei Aufsteiger. Nachdem er im Sommer 2019 seine Schiedsrichter-Prüfung bestanden hatte, durchlief der Klever die „klassische“ Ausbildung im Kreis und Verband. Er bildete sich in verschiedenen Kadern weiter und ist mittlerweile schon im Perspektivkader des FVN angekommen. Dort darf er um Punkte für den Aufstieg in die Oberliga kämpfen. „Mein Ziel ist es, mich in der der Landesliga zu etablieren. Ich möchte meine Bestleistung abrufen und dabei Spaß haben“, stellt Konopatzki die Gewöhnung an die neue Spielklasse in den Vordergrund. Zu Beginn seiner Karriere stand noch das Fußballspielen im Fokus. Nach zwei Jahren hatte das Spielen jedoch keine Chance mehr gegenüber dem Pfeifen. „In der B-Jugend war ich viel lieber Schiedsrichter und habe mit dem Spielen aufgehört. An spielfreien Wochenenden zu pfeifen, war mir zu wenig. Mittlerweile glaube ich auch, dass es die richtige Entscheidung war“, erzählt der Aufsteiger mit einem Augenzwinkern. Ermöglicht haben ihm diesen Fokus ganz besonders seine Eltern. Sie haben ihn zu vielen Spielleitungen begleitet und ihm das Schiedsrichter-Gen vermutlich sogar in die Wiege gelegt: Marvins Vater Olaf Konopatzki ist selbst erfahrener Referee und begeisterte seinen Sohn für das Hobby.


Jan Oster hat zwar keinen pfeifenden Vater, dafür aber pfeifende Freunde. Mit einer Freundesgruppe hat das fußballerische Universaltalent im Jahr 2015 einen Neulingslehrgang besucht. Zwischen dem Trainer, Betreuer und Spieler in einer Person und dessen neuem Hobby hat es sofort gefunkt. Sein Werdegang verlief jedoch weniger schnell: „Gerade mein Start war sehr holprig. Negativer Höhepunkt war schließlich ein Zeitungsbericht, in dem ich namentlich erwähnt und angeprangert wurde“, erinnert sich der 25-jährige ungern. Durch viele Einsätze als Schiedsrichterassistent bei höherklassigen Schiedsrichtern konnte Oster in den folgenden Jahren allerdings wertvolle Erfahrungen sammeln, die schließlich zu seinem Bezirksliga-Aufstieg führten. Diese langsame, aber kontinuierliche Entwicklung gipfelte in einem doppelten Aufstiegsspiel: „Im letzten April pfiff ich unter Beobachtung ein Spiel des SV Biemenhorst. Mit dem Abpfiff der Partie sind wir beide in die Landesliga aufgestiegen.“ Diese positive Entwicklung möchte der Rinderner fortsetzen und am Saisonende auf eine besondere Landesliga-Saison ohne Probleme zurückblicken. Auch er kann von Beobachtern wertvolle Punkte sammeln und sich für höhere Aufgaben empfehlen.


Uwe Degen erlebte rassige Zweikämpfe schon in der Kreisliga A. „Beim Nord-Derby zwischen Nütterden und Kranenburg hatte ich alle Hände voll zu tun“, erinnert sich der Winnekendonker. Für ihn war dieses Spiel die Grundlage für den Aufstieg in die Bezirksliga, den er in diesem Jahr wiederum mit dem Aufstieg in die Landesliga krönen konnte. Als er im Frühjahr 2019 mit dem Hobby angefangen hat, dachte er aber noch nicht an Deutschlands sechsthöchste Spielklasse: „Die Aussicht, Spiele zu leiten, war total attraktiv für mich – egal in welcher Spielklasse. Dass es nun in der Landesliga sein wird, freut mich umso mehr.“ Sein Weg dahin verlief ziemlich steil, in jeder Saison stieg Degen eine Liga auf. Möglich gemacht hat dies auch seine Frau Annika: „Sie ist bei meinen Spielen oft dabei und gibt mir den Rückhalt, ohne den ich mein Hobby nicht ausleben könnte.“ Bei seinem bisher größten Highlight, einem Spiel der Traditionsmannschaft von Schalke 04, stand sie ebenfalls am Spielfeldrand und feuerte ihn an. In der Landesliga, so hofft Degen, wird es möglichst ähnliche schöne Spiele geben.


Wirklich negative Momente musste Degen noch nicht erleben. Selbst die Situationen, in denen Spieler seine Entscheidungen kritisierten, fand er nicht schlimm: „Natürlich dürfen alle sachliche Kritik üben. Es darf nur nicht persönlich werden“, stellt der zweifache Familienvater fest. Für besonderes interessierte Spielerinnen und Spieler haben die drei Aufsteiger unisono einen Tipp: „Wir haben durch

unsere Ausbilder und Unterstützer im Kreisschiedsrichter-Ausschuss und der Schiedsrichtergemeinschaft viele tolle Momente erlebt und uns selbst weiterentwickelt. Wenn ihr euch so stark für Schiedsrichterentscheidungen interessiert, probiert es doch mal selbst aus!“ Wer diesem Rat folgen möchte, kann sich unter www.werdeschiedsrichter.de für einen Schiedsrichterlehrgang anmelden.

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