
Prozess wegen Mietwucher bei Leiharbeiter-Unterkünften
Im Kreis Kleve sorgt das Thema Arbeitsmigranten und fragwürdige Unterkünfte seit Jahren für Diskussionen. Jetzt landet das Ganze wohl erstmals so richtig vor Gericht: Vor dem Landgericht in Kleve sind demnächst drei Männer aus den Niederlanden angeklagt. Einer von ihnen kommt aus dem grenznahen Ulft bei Isselburg-Anholt.
Laut Anklage sollen die drei als Verantwortliche eines Zeitarbeitsunternehmens vor allem rumänische Arbeitskräfte angeworben haben - für Arbeit in niederländischen Schlachthöfen. Ein Teil von ihnen soll zwischen 2019 und 2022 in Goch gewohnt haben. Und genau da setzt der Vorwurf an: Für die Unterbringung sollen deutlich überhöhte Beträge verlangt worden sein - das fällt in Deutschland unter Mietwucher.
Nach Angaben von Gerichtssprecher Maximilian Fröhlich sollen es 320 Euro pro Person und Monat gewesen sein - für ein Bett im Zimmer, ausgelegt auf zwei Personen pro Schlafzimmer. Das Geld soll direkt vom Lohn einbehalten worden sein. Zum Vergleich: Die übliche Miete für eine ähnliche Unterkunft wird mit rund 128 Euro im Monat angegeben. Insgesamt sollen die Betroffenen so um mehr als 77.000 Euro geschädigt worden sein.
Veröffentlicht: Dienstag, 19.05.2026 08:22