
Kleve: Prozess wegen Mietwuchers mit Arbeitsmigranten
Vor dem Landgericht Kleve müssen sich demnächst drei niederländische Unternehmer wegen des Verdachts auf Mietwucher verantworten. Das hat Gerichtssprecher Maximilian Fröhlich heute auf Anfrage von Antenne Niederrhein bestätigt.
Veröffentlicht: Freitag, 15.05.2026 10:53
Die Staatsanwaltschaft Kleve wirft ihnen vor, 18 überwiegend rumänischen Arbeitsmigranten in Goch jahrelang deutlich überhöhte Mieten für einfache Unterkünfte berechnet zu haben. Die Beschäftigten sollen 320 Euro monatlich für ein Bett in einem Mehrbettzimmer gezahlt haben, während vergleichbare Unterkünfte laut Ermittlern nur rund 128 Euro kosten würden. Insgesamt soll den Arbeitern dadurch ein Schaden von mehr als 77.000 Euro entstanden sein. Die Männer sollen die Arbeitskräfte für Einsätze in niederländischen Schlachthöfen angeworben haben. Wegen Sprachbarrieren und finanzieller Abhängigkeit hätten die Beschäftigten kaum Alternativen gehabt, so der Vorwurf. Bei einer Verurteilung drohen Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.