
Fit für medizinische Notfälle bei Hochwasser - Sonderausbildung der Löschgruppe Schenkenschanz stellt Erstversorgung
Veröffentlicht: Samstag, 21.03.2026 13:16
Wenn der Rhein Hochwasser führt, kann es für den Ortsteil Schenkenschanz schnell zu einer besonderen Lage kommen. Wird die Straße in Richtung Salmorth überspült, ist der Ort zeitweise von der Landseite abgeschnitten. In solchen Situationen können auch Rettungswagen die "Schanz" nicht mehr erreichen. Doch was passiert dann bei einem medizinischen Notfall?
Mit genau dieser Frage hat sich die Löschgruppe Schenkenschanz der Freiwilligen Feuerwehr Kleve intensiv beschäftigt. In den vergangenen Monaten nahmen elf Mitglieder der Einheit freiwillig an einer rettungsdienstlichen Sonderausbildung teil, um Patienten bei medizinischen Notfällen zunächst eigenständig erstzuversorgen und für einen Transport mit dem bereitgestellten Krankentransportwagen zum Fähranleger vorzubereiten.
Die Ausbildung fand an drei Übungsabenden im Jahr 2026 statt. In jeweils etwa eineinhalb bis zwei Stunden wurden wichtige Grundlagen der medizinischen Erstversorgung vermittelt und praktisch geübt. Ziel war es, die Einsatzkräfte darauf vorzubereiten, Patienten bei medizinischen Notfällen zunächst selbstständig zu versorgen, wenn externe Hilfe aufgrund der Hochwasserlage nicht sofort verfügbar ist.
Zu den Ausbildungsinhalten gehörten unter anderem das Anlegen eines Stiffnecks zur Stabilisierung der Halswirbelsäule, das Schienen von Frakturen, das Messen von Blutdruck und Sauerstoffsättigung sowie Maßnahmen der Reanimation mit Herz-Lungen-Wiederbelebung. Darüber hinaus wurden das strukturierte Vorgehen an Einsatzstellen und die Beurteilung der Lage trainiert. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem sogenannten XABCDE-Schema, das Einsatzkräften eine klare Struktur bei der Patientenversorgung gibt. Ergänzend wurden Maßnahmen zur Atemwegssicherung, Lagerung und Beatmung von Patienten sowie der Umgang mit Betroffenen und deren Angehörigen geübt. Für solche Einsatzlagen stehen der Löschgruppe Schenkenschanz zwei speziell ausgestattete Notfallrucksäcke zur Verfügung. Damit können wichtige rettungsdienstliche Basismaßnahmen durchgeführt werden, bis ein Transport des Patienten möglich ist.
Wenn der Hochwasseralarmplan der Stadt Kleve in Kraft tritt, wird zusätzlich ein Krankentransportwagen innerhalb der Hochwasserschutzmauern im Ort stationiert. Von dort aus kann im Bedarfsfall ein Transport zum Fähranleger erfolgen, um Patienten anschließend weiter in medizinische Versorgung zu bringen. Drei Mitglieder der Löschgruppe Schenkenschanz sind während dieser Zeit ständig vor Ort. Sie werden dafür von ihren Arbeitgebern freigestellt oder arbeiten - sofern möglich - im Homeoffice. Bei medizinischen Notfällen im Ort wird die Löschgruppe direkt gemeinsam mit dem Rettungsdienst alarmiert. So kann unmittelbar mit der Erstversorgung begonnen werden.
Durchgeführt wurde die Ausbildung von Michael Welbers und Ralf Winkels von der DRK-Bereitschaft Kleve-Geldern. Mit ihrem Fachwissen aus dem Rettungsdienst vermittelten sie den Feuerwehrmitgliedern praxisnahe Inhalte und begleiteten die Übungen.
Die Teilnahme der Mitglieder der Löschgruppe erfolgte freiwillig - ein starkes Zeichen für das Engagement der Kameradinnen und Kameraden für ihren Ort. Mit der zusätzlichen Ausbildung ist die Löschgruppe Schenkenschanz nun noch besser darauf vorbereitet, den Einwohnerinnen und Einwohnern auch bei Hochwasser schnell und kompetent helfen zu können.
(Weitere Bilder unter https://feuerwehr-kleve.de/de/blog/loeschruppe-schenkenschanz-fit-fuer-medizinische-notfaelle-bei-hochwasser/)
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